EEE-Projekt: Ein innovativer Ansatz, um die unternehmerische Ausbildung in Europa zu fördern

Unternehmertum ist aufgrund seines Beitrages zur Verbesserung der Arbeitsmarkteignung von Studierenden und der Katalyse regionalen Wachstums durch Innovationen ein sehr wichtiges Thema. Angesichts der Fülle an Informationen und Initiativen zu dieser Thematik hat die Univations GmbH die Projektpartner bei der Aus- und Bewertung von akademischen Recherchen, Positionspapieren sowie mittels der Weitergabe von Erfahrungen aus erster Hand unterstützt, um spezielle Bedürfnisse und innovative Lösungen zu identifizieren.

Für high-potential Startups in den Bereichen Forschung & Entwicklung sowie Technologie war die Unterstützung durch Hochschulen bisher vorrangig auf Infrastruktur ausgelegt (Industrieparks, Inkubatoren, Innovationszentren). Das war zwar hilfreich, aber heutzutage weiß man, dass Unternehmertum – sowohl für Gründer als auch für Intrapreneurs – ein viel größeres Spektrum zur Lösung arbeitsnaher Problemstellungen sowie zur Generierung unternehmerischer Werte und Denkweisen bietet. Weiterhin ist mittlerweile anerkannt, dass viele in der Öffentlichkeit stehende Top-down- oder Infrastruktur-Modelle gescheitert sind und dass Unternehmer-Ökosysteme an lokale Bedingungen unter enger Einbindung des privaten Sektors in der Region angepasst werden müssen

Was macht das EEE-Projekt so einzigartig?

Das EEE-Projekt wendet einen Bottom-up-Ansatz an, der Hochschulverantwortlichen mehr Entscheidungsbefugnisse gibt und auf nachhaltige Partnerschaften zur erfolgreichen Kooperation zwischen Hochschulen und weiteren Beteiligten im „Entrepreneurship-Ökosystem“ setzt. Die innovativsten Bestandteile des Projekts sind:

1. Unternehmerisches Denken und Handeln vorleben und „Training für die Trainer“: Unsere Projektergebnisse sind darauf ausgelegt, dass Hochschulverantwortliche lehrseitig eine Katalysatorfunktion einnehmen und ihre Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich Unternehmertum erfolgreich erweitern.

2. Regionaler Ökosystem Ansatz: Das Projekt schafft und stärkt Verbindungen zwischen Hochschulen, Wirtschaft, Politik und Intermediären, um ein funktionales Ökosystem für Gründer und gründungsinteressierte Personen zu schaffen. Dieses soll es ihnen erlauben a) auf die speziellen Bedarfe der lokalen Wirtschaft und Gesellschaft einzugehen und b) qualitativ hochwertige Beratung für Hochschulstudierende anzubieten und ihnen als „graduierten Jungunternehmern“ den Übergang zu externen Beratern zu erleichtern.

3. Handlungsbasiertes Konzept: Wirtschaft und gesellschaftliche Interessengruppen sollen verstärkt daran beteiligt werden, entsprechende Bildungsformate an den Hochschulen voran zu bringen. Im Fokus steht somit die Stärkung und Intensivierung der Kooperationen zwischen Hochschulen und Wirtschaft.

4. Standardisierung und Ausweitung: Basierend auf den in den verschiedenen Bündnissen („Regional Alliances“) gesammelten Erfahrungen wird das Projektteam ein Handbuch („Alliance Road-Map“) entwickeln und frei zur Verfügung stellen, um damit die Initiierung ähnlich gearteter Aktivitäten in anderen Regionen Europas zu unterstützen.

Projektmaßnahmen

Während des 2-Jahres-Projekts werden folgende Maßnahmen zur Generierung von insgesamt drei “Intellektuelle Outputs” (IOs) durchgeführt:

1. Die Gründung regionaler Bündnisse („Regional Alliances“) in drei verschiedenen Regionen: Halle/Saale (Deutschland), Innsbruck (Österreich) und Szeged (Ungarn): Die Bündnisse werden aus Vertretern verschiedener Organisationen – aus den Bereichen Hochschulwesen, Unternehmensentwicklung, Regionalentwicklung etc. – bestehen. Die Vertreter der Bündnisse werden an Vollversammlungen und bilateralen Meetings teilnehmen, um Erfahrungen auszutauschen, Best-Practice-Beispiele zu identifizieren und bündnisspezifische Zielstellungen zur Optimierung des unternehmerischen Ökosystems in der Region zu beschließen. Weiterhin sollen Lehrveranstaltungen zum Thema Unternehmertum in ortsnahen Hochschulen durch die Mitglieder des Bündnisses sowohl thematisch als auch organisatorisch unterstützt werden (siehe IO3).

2. Implementierung einer Kommunikations- und Sensibilisierungskampagne (IO2): Um das Verständnis und die Rolle der unternehmerischen Ausbildung in Hochschulen nachhaltig zu verändern, wird im Rahmen von EEE eine Kampagne zur Information und Sensibilisierung von Hochschullehrenden und hochschulnahen Dozenten lanciert. Hierdurch wird ein Beitrag zur verbesserten Integration unternehmerischer Lehrinhalte und Denkweisen in Hochschulen geleistet.

3. Entwicklung und Implementierung des „Entrepreneurship Teaching Toolkit“ (IO3): Im Rahmen des Projektes werden zwei praxisnahe Kurse zum Thema Unternehmertum unter Einbindung der Stakeholder der regionalen Bündnisse entwickelt. Der erste Kurs beschäftigt sich mit Unternehmertum im Allgemeinen und verfolgt einen „case-study“ bezogenen Lehr- und Lernansatz. Mit Hilfe dieses Ansatzes wird garantiert, dass Studierende nicht nur auf einer theoretischen, sondern auch auf einer anwendungsbezogenen Ebene mit dem Thema Unternehmertum konfrontiert werden. Der zweite Kurs widmet sich dem Thema „Social Entrepreneurship“ und verfolgt ebenfalls einen anwendungsorientierten Ansatz. Er stellt damit eine themenspezifische Ergänzung des ersten Kurses dar, wenngleich beide Kurse auch unabhängig voneinander unterrichtet werden können. Nicht zuletzt wird mit den Kursen die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Wirtschaft sowie zwischen Hochschulen und Nichtregierungsorganisationen gestärkt und somit die Grundlage zur intensivieren Involvierung des Themas Unternehmertum in Hochschulen gelegt.